Ausgabe: 7/2015, Seite 21   -  Leben & Umwelt

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Mücken in Deutschland

Hierzulande gibt es 28 Mückenfamilien, doch nur 4 davon stechen: Stechmücken, Kriebelmücken, Gnitzen und Schmetterlingsmücken (von den letzten drei Familien saugen nur einige Arten Blut). Die Stechmücken werden weltweit in rund 3500 Arten unterteilt, 50 davon sind in Deutschland nachgewiesen. Der Stechrüssel der Weibchen ist ein hochgradig spezialisiertes Werkzeug. Er funktioniert ähnlich wie ein medizinisches Lanzett und ist am Ende gezackt wie eine Stichsäge. Vor und während des Saugens geben die Mücken über einen zweiten Kanal im Rüssel Speichel in die Stichwunde ab, der gerinnungshemmend, gefäßerweiternd und betäubend wirkt. So merkt man den Stich selbst fast nie. Leider aber dann später die zurückgebliebene Wunde: Die Speichelsubstanzen lösen eine allergische Reaktion aus, die Haut schwillt an, errötet und juckt. Zudem kann der Speichel Viren, Bakterien, Fadenwürmer und andere Erreger enthalten, die im menschlichen Körper eine Infektion verursachen. Derart übertragene tropische Fiebererkrankungen werden von Ärzten oft mit einer Sommergrippe verwechselt und daher nicht spezifisch behandelt. So breiten sich die Erreger immer weiter aus, die Viren mutieren manchmal sogar und werden noch bösartiger. Vor allem bereits geschwächte Menschen und Kinder können an solchen Infektionen sterben.


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