Ausgabe: 7/2012, Seite 9 - Nachrichten

PFLASTER GEGEN TRIEFNASE
Der Pollenflug beginnt immer früher im Jahr, was für viele Heuschnupfengeplagte eine Verlängerung ihrer Leidenszeit bedeutet. Triefende Nase, tränende Augen, Reizhusten – Experten schätzen, dass in der westlichen Welt mittlerweile jeder Dritte allergisch auf Pollen reagiert. Eine Immuntherapie gegen Heuschnupfen ist zwar möglich, doch sie dauert mehrere Jahre und erfordert zahlreiche Besuche beim Arzt. Eine Alternative haben jetzt Forscher um Gabriela Senti von der Universität Zürich entwickelt: ein Pflaster gegen Heuschnupfen.
Dieses Pflaster lässt die Allergene von sechs verschiedenen Gräserpollen in die Haut eindringen. In einem klinischen Versuch mit 132 Heuschnupfen-Patienten wies Senti die Wirksamkeit der Methode nach. Die Probanden hatten das Pflaster über einen Zeitraum von zwei Monaten, bevor der Pollenflug begann, an sechs verschiedenen Tagen am Oberarm getragen. Dies genügte, um die Symptome auch noch im nächsten Jahr um durchschnittlich 70 Prozent zu lindern – ohne Nebenwirkungen.
Bevor das Pflaster marktreif ist, müssen die Wissenschaftler aber noch einige Verbesserungen vornehmen – etwa eine einfache Möglichkeit, die oberste Hautschicht abzutragen, sodass die Allergene aus dem Pflaster leicht in die Haut eindringen können.
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