Ausgabe: 6/2012, Seite 78   -  Bücher

OPULENTE KOSMOLOGIE

Mit seiner Fahndung nach der „Weltformel“ hat sich Stephen Hawking auf Einsteins Spuren begeben. Seit vier Jahrzehnten sucht er nach einer Theorie, die sowohl den Beginn der Welt als auch die Schwarzen Löcher beschreibt. Dabei schlug er oft eigensinnige Wege ein, zum Beispiel indem er die Zeit als imaginäre Größe definierte. Diese Entwicklung mit ihren diversen Verzweigungen und Sackgassen zeichnet Rüdiger Vaas in seinem neuen Buch nach. Dabei verhehlt der bdw-Astronomieredakteur nicht, dass Hawking vor allem in letzter Zeit bei einigen Kollegen auf Ablehnung gestoßen ist.

Die unsere Anschauung schwer strapazierenden Ideen veranschaulicht Vaas mit möglichst einfachen Vergleichen. Exkurse in die Relativitätstheorie und Quantenphysik bilden die historische Grundlage. Dabei reichert er seine Erklärungen mit vielen Zitaten von Hawking und Kollegen an – das verleiht Authentizität. Was sein Buch auszeichnet, ist die opulente Bebilderung mit Fotos und farbigen Grafiken.

Den Schlusspunkt bildet eine Art Exegese von Hawkings religiösem Credo. Zwar spricht der große Kosmologe viel von Gott, pflegt dabei aber einen methodischen Atheismus. Auch damit folgt er seinem großen Vorbild Albert Einstein.

Thomas Bührke


Rüdiger Vaas HAWKINGS KOSMOS EINFACH ERKLÄRT Kosmos, Stuttgart 2011 224 S., € 24,95 ISBN 978–3–440–12853–4


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