Ausgabe: 5/2012, Seite 9     -  Nachrichten

UNAPPETITLICHE SHRIMPS

Ein Shrimps-Cocktail ist sicher eine leckere Sache. Doch wenn man dessen sogenannten ökologischen Fußabdruck betrachtet, könnte der einem glatt den Appetit verderben. Denn nach einer Studie von US-Forschern um Boone Kauffmann von der Oregon State University in Corvallis entsprechen 100 Gramm der begehrten Garnelen einem CO2-Ausstoß von 198 Kilogramm oder der Verbrennung von 90 Litern Benzin. Damit ist der Genuss der Shrimps für den Planeten Erde eine kostspielige Sache.

Verantwortlich für die schlechte Bilanz ist, dass vor allem in Asien, Mit- tel- und Südamerika häufig riesige Mangrovenwälder abgeholzt werden, um Shrimps-Farmen zu errichten. Diese Wälder bieten nicht nur vielen seltenen Tierarten Lebensraum und schützen Menschen vor Überschwemmungen – die Böden unter den Mangrovenwäldern sind auch ein wichtiger Speicher für das Treibhausgas Kohlendioxid.

Kauffmann hat jetzt errechnet, dass die Aufzucht von Garnelen in Shrimps-Farmen zehn Mal so viel CO2 freisetzt wie das Halten von Rindern, für deren Weideflächen extra Bäume im Amazonasgebiet gefällt wurden. Und dabei sind noch nicht einmal die Umweltfolgen durch den erheblichen Energiebedarf für das Betreiben der Shrimps-Farmen, für die Verarbeitung der Garnelen und für ihren Transport in die ganze Welt berücksichtigt.


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