Ausgabe: 5/2012, Seite 12 - Nachrichten

AUSGEZEICHNET
PROTEINREICHE FORSCHUNG
Der Bioinformatiker Matthias Mann erhält in diesem Jahr den Ernst Schering Preis, der mit 50 000 Euro dotiert ist. Der 52-jährige Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried wird damit für seine Arbeiten am Proteom geehrt – das ist die Gesamtheit der Proteine in einem Organismus.
Nicht die Gene, sondern die Eiweißmoleküle sind die eigentlichen Funk- tionsträger der Zellen. Die Strukturen der Proteine sind im Erbgut genau festgelegt. Sie zu identifizieren und zu quantifizieren ist das Ziel der Proteomik. Dabei geht es darum, alle Eiweiße in einer Zelle oder einem Organ zu erfassen und deren Funktionen oder Fehlfunktionen zu beschreiben, die für Erkrankungen sorgen können.
Matthias Mann trug entscheidend dazu bei, dass die Eigenschaften der Proteine und ihre Wechselwirkung mit anderen Bestandteilen der Zelle umfassend kartographiert werden konnten. Er entwickelte dafür bioinformatische Algorithmen und Datenbanken und übertrug physikalische Verfahren wie die Massenspektrometrie auf die Molekularbiologie.
« zurück