Ausgabe: 5/2012, Seite 13   -  Nachrichten

GENTECHNIK

GROßE WISSENSCHAFTLICHE MÄNGEL

Gentechnisch veränderte Tiere werden nur selten in die Natur freigesetzt, denn man fürchtet Risiken für die Ökosysteme. Aber es gibt durchaus Experimente mit gentechnisch modifizierten Tieren – vor allem mit Insekten, die im „Normalzustand“ Krankheiten wie Malaria übertragen (mehr dazu im Beitrag „Mücken gegen Malaria“ in diesem Heft ab S. 48).

So wurden beispielsweise auf den Kaiman-Inseln und in Malaysia gentechnisch veränderte Moskitos freigesetzt und in den USA transgene Falter. Jetzt monieren Forscher des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie in Plön, dass die Zulassungsunterlagen dieser Freilandversuche erhebliche wissenschaftliche Mängel aufweisen.

Das Team um R. Guy Reeves hatte die Zulassungen der Freisetzungen auf den Kaiman-Inseln, in Malaysia und in den USA analysiert, weil diese Länder die ersten waren, in denen solche Versuche durchgeführt wurden. Besonderes Augenmerk richteten die Wissenschaftler auf das Zulassungsverfahren in den USA. Dort hatten die Behörden 2008 ein positives Gutachten zur Freisetzung transgener Insekten erstellt, das seither als Referenz gilt. Doch die Max-Planck-Forscher stellten fest, dass es nur auf 2 von insgesamt 170 wissenschaftlichen Studien zu dem Thema basiert. Und diese Studien wiederum berücksichtigen nur eine der vier im Gutachten behandelten Insektenarten.


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