Ausgabe: 8/2011, Seite 11   -  Nachrichten

FINGERABDRÜCKE

DIE FORMEL DES ALTERNS

Bei Ermittlungen zu Straftaten, die schon längere Zeit zurückliegen, stehen Fahnder oft vor dem Problem, dass sie Fingerabdrücke von Verdächtigen im Jugendalter haben. Aber die Fingerabdrücke verändern sich beim Körperwachstum. Zwar besitzt das Bundeskriminalamt (BKA) eine entsprechende Software, die das berücksichtigt, doch die liefert sehr ungenaue Ergebnisse. Deshalb haben Wissenschaftler der Universität Göttingen um Axel Munk jetzt mit dem BKA ein Verfahren entwickelt, mit dem eine Übereinstimmung der Abdrücke eines Menschen in verschiedenem Alter zu nahezu 100 Prozent nachgewiesen werden kann.

Die Forscher hatten zunächst herausgefunden, dass Fingerabdrücke in alle Richtungen gleichmäßig wachsen. Das war nicht selbstverständlich: Menschliche Knochen wachsen zum Beispiel verstärkt in die Länge und werden deshalb im Laufe der Zeit relativ schmaler. Dann bestimmte das Team den Faktor, um den sich ein Finger vergrößert. Es zeigte sich, dass die Fingerabdrücke von Jugendlichen proportional zu ihrer Körpergröße wachsen und dass sich das typische Muster dabei kaum ändert. Mit Wachstumstabellen für Mädchen und Jungen war es dann möglich, die Art der Veränderungen vorherzusagen. Das neue Programm erwies sich in ersten Tests als äußerst zuverlässig: In 48 Fällen lag es richtig, nur einmal versagte es, weil die Bildqualität der Abdrücke zu schlecht war.


« zurück