Ausgabe: 1/2010, Seite 7 - Nachrichten

SPRENGSTOFF ODER SAFT?
Seit 2006 dürfen Fluggäste nur noch kleine Flüssigkeitsmengen mit an Bord nehmen. Hintergrund dieser lästigen Regelung ist ein vereitelter Terroranschlag in einer Linienmaschine, der mit Flüssigsprengstoff durchgeführt werden sollte. Seitdem dauert die Abfertigung an den Flugschaltern zum Ärger der Passagiere erheblich länger als zuvor, weil aufwendige Kontrollen durchgeführt werden. Mit einem neu entwickelten Detektor des Forschungszentrums Jülich könnte diese Prozedur deutlich verkürzt werden.
Die Wissenschaftler um Yuri Divin benutzen für ihre Methode eine spezielle Form der Spektroskopie. Die Flüssigkeiten werden dabei mithilfe elektromagnetischer Strahlung analysiert. Denn jede Substanz absorbiert oder reflektiert diese Strahlung anders und erzeugt so einen eigenen und für sie typischen „Fingerabdruck“.
Das Besondere an dem Jülicher Detektor ist, dass er in einem sehr breiten Frequenzspektrum zwischen wenigen Gigahertz und einigen Terahertz messen kann. Dadurch ist das Gerät in der Lage, äußerst zuverlässige Ergebnisse zu liefern – und das innerhalb von nur 200 Millisekunden. Dafür sorgt ein sogenannter Josephson-Kontakt. Dieses nanoelektronische Bauelement fungiert als hochempfindlicher Sensor, der das aufgenommene Spektrum der Flüssigkeit in ein elektrisches Signal umwandelt, das verdächtige Substanzen anzeigt.
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