Ausgabe: 12/2009, Seite 3     -  Editorial

RAUS AUS DEM TURM UND REIN INS LAND

Die Redaktion von bild der wissenschaft umfasst rund ein Dutzend Mitarbeiter. Sie haben im auslaufenden 46. Jahrgang unseres Magazins gut 1300 redaktionelle Seiten recherchiert, redigiert, illustriert und komponiert. Die meisten Beiträge informieren über wissenschaftliche Entwicklungen und Entdeckungen, also über Forschungsergebnisse. Doch das allein wäre zu wenig, um ein ansehnliches Bild der Wissenschaft zu zeichnen. Ebenso nötig ist es, zu vermitteln, in welcher Landschaft sich Forschung abspielt. Und noch etwas ist wichtig: darzustellen, wie sich die Wissenschaft der Gesellschaft präsentiert – und umgekehrt. Auf welche Weise wir diese Hintergründe lebendig werden lassen, offenbart diese Ausgabe gleich fünf Mal:

  • Über den zusammen mit dem Düsseldorfer Pressebüro Brendel ins Leben gerufenen „deutschen preis für wissenschaftsfotografie“ animieren wir gute Fotografen, sich mit der Wissenschaft auseinanderzusetzen. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – diese Redensart gilt ganz besonders, wenn es um die Vermittlung dessen geht, was Forscher bewegt und was sie bewegen. Erfreulich: Die meisten Wissenschaftler stellen sich und ihr Institut inzwischen gerne für Fotoproduktionen zur Verfügung.

  • Durch die Leserreise „Wetter marsch!“, die wir zusammen mit Frank Böttcher – einem der pfiffigsten Wetterpräsentatoren überhaupt – für kommenden April planen, öffnen sich für unsere Leser führende Forschungseinrichtungen. Dort treffen sie auf die besten Klima- und Wetterexperten und können sich selbst ein Bild davon machen, wie das aussieht mit dem Klimawandel.
  • Zum 17. Mal verleiht bdw das „Wissenschaftsbuch des Jahres“. In sechs Katogorien wählt eine Jury die Besten aus rund 70 Neuerscheinungen. Dr. Uta Altmann, bdw-Textchefin und Buchmarktexpertin, betreut den Wettbewerb seit der ersten Stunde. Mit grandiosem Erfolg: Von Jahr zu Jahr reagieren die Lektoren vor der Bekanntgabe nervöser – und wollen wissen, ob sie im Verlag Sieger unter Vertrag haben.
  • Über den 1997 von Bundespräsident Roman Herzog ins Leben gerufenen Zukunftspreis berichten wir seit dem zweiten Jahr – und ganz intensiv in dieser Ausgabe. Wir gehen der Frage nach, ob diese Auszeichnung wirklich dazu führt, moderne Arbeitsplätze zu schaffen.
  • Die fünfte Hintergrundinformation liegt dem Heft bei. „bild der wissenschaft plus“ steht im Zeichen der experimenta in Heilbronn. Dieses soeben eröffnete Science Center begeistert Kinder und Jugendliche ganz unkonventionell für Wissenschaft und Technik.

All dies zeigt: Die Wissenschaft hat den Elfenbeinturm verlassen und sich auf den Weg gemacht, das zu schaffen, was wir uns von ihr erhoffen: zur ersten Ressource zu werden in unserem rohstoffarmen Land.


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