Ausgabe: 12/2009, Seite 8 - Nachrichten

WACHKOMA
EINE SPUR BEWUSSTSEIN
Ist ein Mensch im Wachkoma bei Bewusstsein? Wahrscheinlich, sagt ein internationales Forscherteam nach einer Untersuchung von 22 Wachkoma-Patienten. Denn sie entdeckten, dass einige der Betroffenen in der Lage waren zu lernen – und das ist nur möglich, wenn wenigstens ein Teil ihres Bewusstseins funktioniert.
Die Wissenschaftler um den Briten Tristan Bekinschtein von der University of Cambridge hatten den Patienten immer wieder einen Ton vorgespielt, dem nach einer bestimmten Zeit ein kurzer Luftstoß aufs Auge folgte. Anschließend beobachteten die Forscher, dass etwa die Hälfte der Probanden jedes Mal, wenn sie den Ton hörten, mit dem Lidmuskel zuckten – eine reflexartige Reaktion, die auch gesunde Menschen nach einer solchen Konditionierung zeigen.
Damit sich dieser Reflex ausbilden kann, ist es nötig, die Verbindung zwischen den beiden Signalen – dem Ton und dem Luftstoß – und ihrer zeitlichen Abfolge bewusst herzustellen, erklären die Forscher. Die Patienten müssen also zumindest noch über einen Teil ihres Bewusstseins verfügen.
Bei einer Untersuchung der Testteilnehmer einige Monate später machten die Forscher eine weitere interessante Beobachtung: Bei den Patienten mit der stärksten Reaktion auf das Lernprogramm hatte sich der Zustand am deutlichsten verbessert.
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