Ausgabe: 12/2009, Seite 7     -  Nachrichten

KLIMASCHÄDLICHE SEEN

Die Sonne ist der Motor des Lebens auf der Erde. Pflanzen nutzen ihre Energie, um Biomasse zu bilden, und binden dabei den Kohlenstoff des Klimagases CO2 aus der Luft. Als „Abfallprodukt“ bleibt Sauerstoff übrig. Der österreichische Limnologe (Seenkundler) Tom Battin von der Universität Wien hat nun festgestellt, dass nicht nur das Landsystem aus Pflanzen, Tieren und Bodenschichten an diesem Kohlenstoffkreislauf beteiligt ist, sondern auch in erheblichem Maße die Binnengewässer.

„Obwohl Seen, Flüsse und Bäche nur etwa ein Prozent der Erdoberfläche ausmachen, ist ihr Beitrag zum Kohlenstoffkreislauf sehr groß“, sagt Battin. So speichern die Binnengewässer zwar Kohlenstoff, sie produzieren selbst aber auch Treibhausgase und setzen sie frei.

Der davon ausgehende CO2-Austoß sollte keineswegs unterschätzt werden, warnen Wissenschaftler: Nach Angaben von Anthony Aufdenkampe vom Stroud Water Research Center in den USA entsprechen die Klimagase aus Süßwasserseen und Wasserläufen immerhin rund zehn Prozent der weltweiten jährlichen Emission durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen. Bisherige Klimamodelle berücksichtigen den Beitrag von Binnengewässern nicht.

Tom Battins Forschungsergebnisse kommen gerade noch rechtzeitig zur UNO-Klimawandel-Konferenz, die im Dezember in Kopenhagen stattfindet.


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