Ausgabe: 9/2008, Seite 63   -  Kultur & Gesellschaft

WAS AMOKLÄUFER VERRÄT

Bevor ein Schüler zum Amokläufer wird, gibt es Warnsignale. Psychologen haben jetzt Strategien entwickelt, um sie rechtzeitig zu erkennen – und so das Schlimmste zu verhindern.

von Claudia Eberhard-Metzger
 

„Bitte helft mir!“ Dieser Eintrag vom 26. Juni 2004 findet sich in einem Beratungsforum im Internet. Er stammt von dem 16-jährigen Sebastian B. Der Schüler schildert Probleme mit Lehrern und Konflikte mit seinen Mitschülern. Er schreibt von Verzweiflung und Ausweglosigkeit und dass er die ganze Wut in sich hineinfresse, um sie „irgendwann auf einmal rauszulassen“. „Ja“, bekennt er, „es geht hier um Amoklauf!“ Und er ergänzt: „Ich weiß selber nicht, woran ich bin, ich weiß nicht mehr weiter.“

Zwei Jahre später, am Morgen des 20. November 2006, betritt Sebastian B. in einem schwarzen langen Trenchcoat die Geschwister-Scholl-Schule im westfälischen Emsdetten. Bei sich hat er mehrere illegal erworbene Schusswaffen und Molotowcocktails sowie selbst gebaute Rauch- und Rohrbomben. Er zündet eine Rauchbombe, eröffnet das Feuer auf Schüler, verschanzt sich in einem Klassenraum, wirft einen Molotowcocktail und erschießt sich schließlich mit einer Vorderladerpistole selbst. Die Polizei findet 37 Verletzte und den Toten. Sebastian B. gehört zu einer Tätergruppe, die vor rund 30 Jahren noch unbekannt war: Amokläufer an Schulen.

Zur ersten Gewalttat eines Schülers kam es 1974 in Nordamerika (siehe Kasten „Verzweiflungstaten nach amerikanischem Vorbild“), weitere folgten in größeren Abständen. Seit etwa zehn Jahren beobachten Gewaltforscher eine besorgniserregende Häufung schwerster Aggressionen bei Schülern. Während Tötungsdelikte von Jugendlichen sowohl in Deutschland als auch in den Vereinigten Staaten in den letzten 15 Jahren deutlich zurückgegangen sind, hat sich die Zahl der Amokläufe an Schulen weltweit rasant entwickelt und bewegt sich seit dem Jahr 2000 auf hohem Niveau. Insgesamt kam es bis heute zu rund 100 Schulamokläufen, 66 davon im letzten Jahrzehnt. Fast 200 Schüler und Lehrer sind den Gewalttaten zum Opfer gefallen. Jens Hoffmann, Psychologe an der TU Darmstadt, lehnt dabei den Begriff Amok ab. Er sei falsch, ein „großer Mythos“, der für diese besondere Form der Gewalt nicht verwendet werden solle. Das habe die jüngere Forschung deutlich gezeigt. Besser sei es, von „zielgerichteter tödlicher Gewalt an Schulen“ oder von „School Shootings“ zu sprechen. Es sei gerade nicht die heiße, plötzlich aufschäumende Wut eines sogenannten Amokläufers, die den jugendlichen School Shooter antreibe, sondern – ganz im Gegenteil – eine „kalte Wut“, die den Täter emotionslos einen Plan verfolgen lasse, den er Monate bis Jahre zuvor detailliert ausgearbeitet hat.

Die Begriffe auseinanderzuhalten, ist für Hoffmann keineswegs eine akademische Spitzfindigkeit, sondern er sieht darin den Schlüssel, um zu verstehen, warum Jugendliche solch extreme Gewalttaten an einem Ort verüben, der eigentlich ein Schutzraum sein sollte. Denn die Taten sind nicht unerklärlich. Und sie sind auch nicht unvorhersehbar, wie man zunächst dachte. „Die Tat ist stets der Endpunkt einer Entwicklung“, sagt Hoffmann. „Der Weg zur Gewalt führt über viele Stufen, die von Warnsignalen begleitet werden.“ Der Psychologe betont: „Wenn man diese Zeichen frühzeitig erkennt, sind Gewalttaten an Schulen zu verhindern.“

DAS SCHEMA: AUFFÄLLIG UNAUFFÄLLIG

Um ausfindig zu machen, ob ein junger Mensch derart gewaltbereit ist, hat Jens Hoffmann mit seinen Mitarbeitern von der Forensischen Psychologie seit 2002 „kiloweise Akten“ ausgewertet. Die Wissenschaftler verglichen die Ergebnisse amerikanischer Studien zum Thema School Shootings mit den Amokläufen, die an deutschen Schulen stattgefunden haben. Dabei fanden sie eindeutige, universell zu beobachtende Übereinstimmungen:

  • Die Täter sind in der Regel Jungen. Nur 4 der rund 100 School Shootings wurden von Mädchen verübt.
  • Die meisten Täter sind zwischen 15 und 18 Jahre alt.
  • Die Jugendlichen stammen oft aus unauffälligen Familien, „wobei die Normalität bemerkenswert im Sinne von auffällig unauffällig ist“, meint Hoffmann.
  • Die Eltern haben ein mittleres bis hohes Bildungsniveau.
  • Die Täter handeln meistens allein.

Betrachtet man das Einzelschicksal und die Vorgeschichte der Schüler, wird deutlich, dass die meisten schwere persönliche Niederlagen erlebt haben. Sie fühlten sich von Mitschülern und Lehrern verspottet, gedemütigt, blamiert und bloßgestellt oder waren von wichtigen Bezugspersonen zurückgewiesen worden – wie Sebastian B. Er vertraute seinem Tagebuch einige Wochen vor der Tat an, dass er sich vor einem Mitschüler fürchte, der ihn verprügeln wolle. Und er klagte darüber, dass ausgerechnet der, den er für seinen besten Freund hielt, ihm das Mädchen ausgespannt habe, das er liebe. „Wenn man weiß, dass man in seinem Leben nicht mehr glücklich werden kann“, schrieb er, „und sich von Tag zu Tag die Gründe dafür häufen, dann bleibt einem nichts anderes übrig, als aus diesem Leben zu verschwinden.“

GEWALT WIRD ZUR GEWOHNHEIT

Eine subjektiv als schwer erträglich empfundene Realität lasse die Jugendlichen in solchen Krisen immer häufiger in Fantasiewelten flüchten, schreiben die Gewaltforscher Frank Robertz und Ruben Wickenhäuser vom Berliner Institut für Gewaltprävention und angewandte Kriminologie in ihrem Buch „Der Riss in der Tafel“. Werden die Fantasien dauerhaft von Gewaltfilmen und Killerspielen gespeist, kann es zu einem „gewissen Übungs- und Gewöhnungseffekt“ kommen, meint Jens Hoffmann. Kurzatmige Deutungsversuche, wonach bestimmte Medien oder Formen der Gewaltdarstellung ursächlich für solche Extremtaten sind, weist Hoffmann zwar zurück. Doch aufgrund seiner jüngsten Studien glaubt er, dass die „Bedeutung des Medieneinflusses bei solchen Taten eher zu- als abnimmt“. Übereilte und singuläre Ursachenzuschreibungen hält er dabei allerdings für ebenso sinnlos wie einfache Abhilfeversprechen. Darin sind sich alle Gewaltforscher einig.

„Viele Puzzleteile müssen sich zu einem Bild zusammenfügen, das die Tat als einzigen Ausweg erscheinen lässt“, meint Hoffmann. Für besonders brisant hält er eine Kombination aus tiefer Verzweiflung und kalter Wut. Auch dafür ist Sebastian B. aus Emsdetten ein Beispiel, dessen Tagebucheintragungen von dieser verhängnisvollen Melange zeugen. „Ihr habt euch über mich lustig gemacht“, schreibt er, „dasselbe habe ich nun mit euch getan ... Ich will nicht länger davonlaufen!“ Und noch eine weitere universelle Gemeinsamkeit der School Shooter zeigt das Beispiel von Sebastian B.: das Phänomen des „Leaking“ (englisch für „Durchsickern“). „Fast alle Täter kommunizieren ihre Absicht im Vorfeld, zumeist gegenüber Gleichaltrigen, oft im Internet“, sagt Hoffmann.

Die Gewaltforscher unterscheiden aufgrund ihrer Auswertungen drei Formen von Leaking. Sie haben wichtige Nuancen, die verraten, wie wahrscheinlich eine unmittelbar bevorstehende Gewalttat ist:

  • In einem frühen Stadium des Leaking identifiziert sich der Schüler mit anderen Gewalttätern und er beschäftigt sich auffallend häufig mit Gewaltdarstellungen. Gerät er zusätzlich in eine Krise – hat er etwa Probleme in der Schule –, so kann das ein wichtiges Indiz für eine drohende Gewalttat sein.
  • Auf einer mittleren Leaking-Stufe wird der Schüler aktiv. Er erstellt beispielsweise eine Todesliste oder denkt über Waffen und Tatort nach. Hier ist zu prüfen, „ob das Planungs- und Vorbereitungshandlungen sind und tatsächlich Grund zur Sorge besteht, oder ob es dumme Scherze sind und Versuche, Aufmerksamkeit zu erhalten“, betont Hoffmann.
  • Im „späten Leaking“ kündigt ein Jugendlicher Mitschülern konkret an, dass an einem bestimmten Tag und an einem bestimmten Ort etwas geschehen werde und dass er es allen zeigen wolle.

„Wir wissen genug, um die meisten Risiken im Vorfeld zu erkennen und dahingehend zu intervenieren, dass es gar nicht erst zu einer kritischen Situation kommt“, bewertet Jens Hoffmann den aktuellen Stand der internationalen Forschung zum Thema School Shootings. Um rechtzeitig eingreifen zu können, müsste das Wissen allerdings dorthin gebracht werden, wo die Früherkennung am effektivsten wirken kann: in die Schulen. Aber gerade hier bestehen häufig Vorbehalte, bedauert Gewaltforscher Hoffmann. Viele Lehrer hätten offenbar Angst, dass ihre Schule einen schlechten Ruf bekommt und würden es lieber sehen, dass sich die Polizei um das Thema kümmert. Präventionsstrategien könnten deshalb in vielen Schulen nicht verankert werden. Und damit würde eine große Chance vertan, School Shootings zu verhindern.

WILLKÜR UND AUTORITÄRE STRUKTUREN

Sinnvoll wäre es, in den Schulen Krisenteams zu etablieren mit Lehrern, die in das Thema Früherkennung eingearbeitet sind. Die Teams sollten regelmäßig zusammenkommen, um besondere Vorkommnisse zu besprechen und deren Bedeutung einzuschätzen, fordert Hoffmann (siehe Kasten „DyRiAS – Software gegen School Shootings“). Dabei müsse es in erster Linie gar nicht um extreme Gewalttaten gehen, meint Hoffmann, sondern darum, Missstände zu erkennen, die Schüler in eine Krise treiben könnten, um frühzeitig gegenzusteuern. Auch ein faires, transparentes Schulsystem und ein respektvoller Umgang zwischen Lehrern und Schülern können „einen gewissen Schutzfaktor“ darstellen, sagt Jens Hoffmann. Zumal seine jüngsten Einzeluntersuchungen zum Verhalten von Lehrern und zur Atmosphäre in Schulen erkennen lassen, dass häufig „gewisse Willkürakte oder autoritäre Strukturen“ vorherrschen. Hoffmanns Kollege Frank Robertz fordert von einem Präventionsprogramm, dass es den Schülern grundlegende soziale Kompetenzen wie Empathiefähigkeit vermittelt. Außerdem sollte es ihnen zeigen, wie man Konflikte gewaltfrei löst und Frustrationen bewältigt.

Die Schlüsselfiguren in der Prävention sind Schulpsychologen, die verzweifelten oder resignierten Jugendlichen Perspektiven aufzeigen und Lehrer unterstützen. Doch die sind im Biotop Schule eine seltene Spezies: Im Bundesdurchschnitt kommt auf 16 000 Schüler ein Schulpsychologe. ■


CLAUDIA EBERHARD-METZGER hat mit vielen Lehrern gesprochen, die beobachten, dass die Gewaltbereitschaft an den Schulen zunimmt.

VERZWEIFLUNGSTATEN NACH AMERIKANISCHEM VORBILD

Die Geschichte der Amokläufe beginnt am 30. Dezember 1974 in Olean, New York. Ein 17-jähriger Jugendlicher löste in seiner Schule einen Feueralarm aus, erschoss drei Menschen und verwundete elf weitere.

Auch in Jonesboro/Arkansas lockten Andrew Golden (11) und Mitchell Johnson (13) im März 1998 ihre Mitschüler und Lehrer mit einem falschen Feueralarm aus dem Schulgebäude. Dann schossen sie in die Menschenmenge und töteten vier elf- bis zwölfjährige Schülerinnen und eine Lehrerin. Die „School Shooter“ von Jonesboro waren außergewöhnlich jung.

Zu den weltweit bekanntesten Gewalttaten gehört das Massaker von Columbine. In dem kleinen Ort bei Denver töteten Eric Harris (18) und Dylan Klebold (17) am 20. April 1999 zwölf Schüler und einen Lehrer an der Columbine High School. Eric und Dylan wollten sich an Schülercliquen rächen, von denen sie sich ver- spottet und unterdrückt fühlten. Michael Moore machte das Massaker zum Thema seines Dokumentarfilms „Bowling for Columbine“, der die School Shootings weltweit ins Gespräch brachte.

Um die Welt gingen auch die Bilder des Schulmassakers auf dem Campus der Virginia Tech in Blacksburg, USA. Dort tötete der 23-jährige südkoreanische Student Cho Seung-hui am Morgen des 16. April 2007 32 Menschen und verletzte 29 weitere, bevor er sich selbst erschoss. In einem Video-Manifest sagte er: „Ihr habt mich in die Ecke gedrängt. Jetzt müsst ihr damit leben, dass Blut an euren Händen klebt.“

In Deutschland kam es 1999 im sächsischen Meißen zum ersten Amoklauf in einer Schule. Für großes Aufsehen sorgte das Massaker in Erfurt am 26. April 2002: Der 19-jährige Robert S. erschoss am Gutenberg-Gymnasium zwölf Lehrer, eine Sekretärin, zwei Schüler und einen Polizisten. Anschließend tötete er sich selbst – wie es etwa jeder fünfte Amokläufer tut. Kurz vor seinem zweiten Abiturversuch war Robert – wegen eines gefälschten Attests nach mehrtägigem Fernbleiben – von der Schule verwiesen worden.

Inzwischen zeichnet sich ein neuer Trend ab: Drohungen schwerer Gewalttaten an Universitäten.



Andreas S. (15 Jahre) ersticht eine Lehrerin im Klassenzimmer. Den Mord hat er zuvor angekündigt.

Michael F. (16 Jahre) erschießt mit den Waffen seines Vaters den Internatsleiter und dann sich selbst.

Adam L. (22 Jahre) tötet drei Menschen, darunter den Rektor seiner ehemaligen Schule, mit einer großkalibrigen Waffe, bevor er Selbstmord begeht.

Robert S. (19 Jahre) erschießt 16 Menschen in seinem ehemaligen Gymnasium. 12 Lehrer wählt er gezielt aus. Dann richtet er die Waffe gegen sich selbst.

Florian K. (16 Jahre) schießt, wie angekündigt, auf zwei Lehrerinnen, und tötet sich anschließend selbst.

Maximilian H. (14 Jahre) schießt auf seinen Lehrer, ohne ihn zu treffen.

Sebastian B. (18 Jahre) verletzt an seiner ehemaligen Schule 37 Menschen, bevor er sich selbst richtet.



DIE SCHRECKLICHSTEN GEWALTTATEN AN DEUTSCHEN SCHULEN

9. November 1999

16. März 2000

19. Februar 2002

26. April 2002

2. Juli 2003

7. März 2005

20. November 2006



DYRIAS – SOFTWARE GEGEN SCHOOL SHOOTINGS

Der Psychologe Jens Hoffmann und sein Team an der TU Darmstadt haben ein Computerprogramm entwickelt, das Amokläufe vorhersagen soll. Das Dynamische Risiko-Analyse-System, kurz DyRiAS, stellt fest, welche Vorkommnisse ernst zu nehmen sind. Denn nicht jede dumme Kritzelei auf der Schultoilette gibt Grund zur Sorge, wie Jens Hoffmann betont.

Die Darmstädter Gewaltforscher haben nationale und internationale Studien über „School Shootings“ ausgewertet und dabei aufeinander aufbauende Indikatoren ausfindig gemacht, die auf einen Amoklauf hindeuten. Das Programm vergleicht Informationen über einen drohenden oder anderweitig auffälligen Schüler mit den Daten von realen Amokläufen. Der Benutzer von DyRiAS muss dazu einen Katalog von rund 30 Fragen beantworten. Das Programm hilft einzuschätzen, wie wahrscheinlich eine Gewalttat ist. Die Warnsignale erfolgen auf verschiedenen Stufen: Am Anfang stehen Verzweiflung und Ausweglosigkeit. Darauf folgt die Idealisierung von Gewalt. Der nächste Schritt sind konkrete Pläne: Waffen und Kleidung besorgen, Todeslisten erstellen, Ankündigungen veröffentlichen.

Indikatoren, die sicher auf eine Gewalttat schließen lassen, gibt es nicht, sagt Hoffmann. Wichtiger als einzelne Indikatoren seien die Puzzlesteine, die zusammen ein Bild ergeben. Dabei geht es stets um Intervention, nie um Repression. Und: Je früher man eine bedenkliche Krise erkennt und löst, desto geringer ist die Gefahr, dass tatsächlich etwas passiert.

DyRiAS ist für Fachleute gedacht, also für Schulpsychologen, Polizisten, Lehrer und Mitarbeiter von Beratungsstellen. Es wird ihnen voraussichtlich ab September 2008 zur Verfügung stehen.



PRÄVENTION IN DER PRAXIS

NORBERT EDEL, Schulleiter des Stuttgarter Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums, zu DyRiAS (siehe Kasten links)

Was halten Sie als Schulleiter von dem Amok-Präventionsprojekt?
Das Wichtigste ist, in gutem Kontakt mit den Schülerinnen und Schülern zu sein, um Veränderungen oder Krisen überhaupt wahrnehmen zu können. Wenn ein junger Mensch einem Sorgen macht, dann könnte ein solches Programm hilfreich sein, um abzuschätzen, ob möglicherweise eine Gewalttat droht. Wir erhalten hier wenig Unterstützung und werden eine Möglichkeit zur Orientierung wie das DyRiAS nutzen. Allerdings darf es nicht zu Etikettierungen führen.

Wie könnte die Schule Kindern helfen, die als amokgefährdet erkannt wurden?
Wir sollten mit einem jungen Menschen, von dem wir den Eindruck gewinnen, er könnte eine Gewalttat begehen, in intensivem Kontakt bleiben, auch die Mitschülerinnen und Mitschüler. Wir müssen diesem Menschen zeigen, dass er uns wichtig ist und wir uns um ihn kümmern. Gleichzeitig muss professionelle Hilfe vermittelt werden. Bei einer unmittelbaren Gefährdung muss natürlich die Polizei eingeschaltet werden.

Was geschieht an Ihrer Schule zur Gewaltprävention?
Wir legen großen Wert auf ein Klima der Wertschätzung und auf einen familiären Umgang. Regelmäßig finden zudem pädagogische Klassenkonferenzen der Lehrerinnen und Lehrer statt, um auffälliges Verhalten – und das ist auch das überangepasste – zu besprechen und sich abzustimmen. Zusätzlich gibt es gezielte Projekte zur Ich-Stärkung.

Arbeitet Ihr Gymnasium mit Schul- psychologen zusammen?
In einzelnen Fällen geschieht das, allerdings viel seltener, als wir uns das wünschen, weil es einfach deutlich zu wenige Schulpsychologen gibt.



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