Ausgabe: 8/2005, Seite 14   -  Nachrichten

WALE

SONNE MACHT ORIENTIERUNGSLOS

Noch ist nicht eindeutig geklärt, warum Wale immer wieder an Küsten stranden. Eine Untersuchung von Forschern der Universität Kiel legt jetzt nahe, dass dies mit einer verstärkter Sonnenaktivität und einer damit verbundenen Änderung des Erdmagnetfelds zusammenhängt.

Für seine Studie hatte das Team um Klaus Vanselow die Längen der solaren Zyklen zwischen 1712 und 2003 errechnet und mit der Zahl der gestrandeten Pottwale in der Nordseeregion verglichen. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass 87 der 97 Wale dann gestrandet waren, wenn die Zyklen kürzer waren als die durchschnittlichen elf Jahre. Bekannt ist, dass in kurzen Sonnenzyklen die Aktivität der Sonne stärker ist und sie daher einen größeren Einfluss auf das Magnetfeld der Erde hat. Vanselow hält es für möglich, dass Wale – ähnlich wie Vögel – einen Magnetsensor besitzen, mit dem sie sich orientieren.

Viele Umweltschützer vermuten allerdings andere Ursachen. Sie machen vor allem die zunehmende Lautstärke in den Ozeanen für die aktuelle Orientierungslosigkeit der Wale verantwortlich. So sei etwa ein neues Sonarsystem zum Aufspüren von U-Booten so laut, dass es die Tiere in einem knapp vier Millionen Quadratkilometer großen Gebiet stören könne.


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